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1.4404 VIM (X2CrNiMo17-12-2) Datenblatt

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1.4404 (AISI 316L) mit besonderem Reinheitsgrad

Internationale Bezeichnung
EN 10088-3, UNS S31600, ASTM A182, A276, A479, AISI 316L, BS 316S11
Anwendungsbereiche

Der Werkstoff 1.4404 VIM weist aufgrund des Vakuuminduktionsumschmelzprozesses, auch bekannt unter der englischen Bezeichnung Vacuum induction melting (VIM) einen verbesserten Reinheitsgrad auf. 

Durch den besonderen Reinheitsgrad und die Zusammensetzung der Legierungselemente ist der Werkstoff gegenüber organischen (Ameisensäure) und anorganischen Säuren (Salpeter/ Schwefelsäure) sehr resistent. Besonders in aggressiven Medien ist eine gute Beständigkeit gegen eine interkristalline Korrosion gegeben. 

Einsatzbereich

Einsatz findet dieses superreine Material in der Energietechnik (z.B. bei Nuklearanwendungen), in der Luftfahrtindustrie, in der Lebensmittelindustrie (z.B. für Armaturen und Anlagen) und im medizinischen Bereich.

Körnung

Der Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) ist vakuuminduktionserschmolzen und weist gegenüber konventionell hergestellten Stählen eine homogenere Volumen- und Oberflächenstruktur auf. Durch das zusätzliche Umschmelzverfahren werden die nichtmetallischen Verunreinigungen verringert (siehe Tabelle).

Nichtmetallische Einschlüsse gem. ASTM E 45 (Methode A) Mittelwert, SEMI F20-0706:

DickDünn
ABCDABCD
0,50,7501,1800,501,0

Korngrößenbestimmung des Werkstoffs 1.4404 (AISI 316L) gemäß der Norm ASTM E 112.

Eigenschaften

1.4404 VIM Eigenschaften:

Schweißeignunggut, ohne PWHT
Zerspanbarkeit4   (1 = schlecht - 10 = gut)
Polierbarkeitja
Korrosionsbeständigkeitausgezeichnet
Schmiedbarkeitmittel
Mechanische Eigenschaftengut
Kerbschlagarbeitbei -70 Celcius über 250 Joule

Besondere Eigenschaften:

Einsetzbar im Temperaturbereich bis 550°C
Gut polierbar
Amagnetische Güte (μr < 1,01)

Physikalische Eigenschaften:

Dichte in kg/dm³8,0
Wärmeleitfähigkeit bei 20°C in W/(m K)15
Elektr. Widerstand bei 20°C (Ω mm2 /m)0,75
Spez. Wärmekapazität bei 20°C (J/kg K)500


Wärmebehandlung
 
 Temperatur in °CAbkühlung
Warmumformung1200 - 900Luft, Wasser
   
Wärmebehandlung  
Lösungsglühen (+AT)1020 - 1120Wasser, Luft

 

Schmieden: Vor dem Schmieden sollte der Stahl auf 1150°C und 1180°C erwärmt werden. Der Schmiedevorgang erfolgt bei 1180°C bis 900°C mit anschließender rascher Luft- oder Wasserabkühlung. Eine Oberflächennachbehandlung mittels Beizen ist angeraten.


Schweißen: 1.4404 Stahl ist mit allen Verfahren (WIG-Schweißen; MAG Massiv-Draht, Lichtbogenschweißen, UP-Schweißen) schweißbar. Die Zwischenlagentemperatur sollte unter 200°C bleiben und eine nachgeschaltete Wärmebehandlung (PWHT) ist nicht erforderlich.


Kaltumformung: Auf Grund der hohen Kaltverfestigung sind höhere Umformkräfte erforderlich.


Korrosionsbeständigkeit: Die Korrosionsbeständigkeit ist gegenüber herkömmlichen Chrom-Nickel-Molybdän-Stählen erhöht und die Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion ist gegeben.
 

Spanende Bearbeitung: Das Zerspanen ist durch den hohen Legierungsgehalt mit größerem Zeitaufwand etwas schwieriger, als mit den Massenstahlgüten. Hier sollte mit hochwertigem Schnellarbeitsstahl oder Hartmetall gearbeitet werden.


Verarbeitung:

Kaltumformungist möglich
Kaltstauchenist möglich
Freiform- und Gesenkschmiedenist möglich
Spangebende Verarbeitungmit Vorsicht möglich
Automatenbearbeitungnein



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Chemische Analyse
1.4404 VIM
X2CrNiMo17-12-2
CSiMnPSCrMoNiV
min.     16,52,010,0 
max.0,0301,02,00,0450,03018,53,014,0 
1.4404 VIM
X2CrNiMo17-12-2
 
AlCuNNbTiCo
min.                                    
max. 0,300,11     
Aus Lagervorrat

Flachstahl, geschmiedet, lösungsgeglüht, abgeschreckt, ausgelagert

Stahlblock
Vorteile Sägezuschnitt

Die Bearbeitung mit der Säge ist eine mechanische Bearbeitung des Materials, die für das vorhandene Gefüge eine deutlich geringere unbeabsichtigte Verformung und Materialaufhärtung ergibt, wie zum Beispiel das Brennschneiden.

Somit verfügt das über die Säge bearbeitete Werkstück bereits an der Kante über ein homogenes Gefüge, das sich in der Fortsetzung des Materials nicht ändert.
Dieser Umstand ermöglicht das sofortige Endbearbeiten des Werkstücks mit Fräsen oder Bohren, ohne vorher nochmals ein Weichglühen oder ähnlichen Arbeitsschritt vornehmen zu müssen.

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Heidi Sommer

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